7 Nichtspielercharaktere

Vielfach hängt ein gutes Horror-Szenario gar nicht an den Wesen aus einer anderen Welt oder irgendeinem unbeschreiblichen Grauen, sondern fußt auf der banalen Tatsache, dass normal erscheinende Menschen auf einmal Dinge tun beziehungsweise Handlungsweisen an den Tag legen, die mit allgemeingültigen gesellschaftlichen Maßstäben brechen. Ein gut gestalteter Nichtspielercharakter kann sehr viel zum Erfolg eines Szenarios beitragen. Daher stehen in FHTAGN mehr die Motivationen und psychischen Störungen eines Nichtspielercharakters im Vordergrund als eine vollständige Auflistung aller seiner Spielwerte.

Im Folgenden werden zwei Beispiele für die Schreibweise von Nichtspielercharakteren in FHTAGN-Szenarien aufgeführt und deren Bedeutung erläutert.

Frank Steele
Durchschnittlicher Schläger

Besonderheiten: Abgehärtet gegenüber Gewalt.

Wichtige Attribute: Stärke.

Wichtige Fertigkeiten: Nahkampfwaffen, Wachsamkeit.

Peter Manusco
Außergewöhnlicher Psychotherapeut

Besonderheiten: Tablettensüchtig.
Sammelt kompromittierendes Material seiner Patienten.

Wichtige Attribute: Intelligenz.

Wichtige Fertigkeiten: Bürokratie, Psychologie, Psychotherapie.

Insbesondere für weniger bedeutsame Nichtspielercharaktere oder aber für spontane Begegnungen, bei denen die Spielleiterin ad hoc einen Charakter erschaffen muss, sind generische Typen von Charakteren hilfreich. Hierbei wird angenommen, dass diese Nichtspielercharaktere über gleiche Werte bei den Attributen verfügen und sich auch bei den Fertigkeiten entweder an den Grundwerten orientieren und nur in einzelnen Ausnahmen bessere Werte aufweisen.

Hinweis zur Verwendung von vergleichenden Proben

Die folgenden Attribute und Fertigkeiten von Nichtspielercharakteren mögen vergleichsweise niedrig erscheinen. Werden sie jedoch in vergleichenden Proben gegen die Spielercharaktere eingesetzt, so sinkt die Wahrscheinlichkeit für eine gelungene Probe auf Seiten der Spielerinnen drastisch. Wenn bspw. eine Spielerin mit Überzeugen 40% eine normale Probe absolviert, hat sie die vollen 40% Erfolgsaussichten. Gegen einen Nichtspielercharakter mit Überzeugen 30% sieht eine vergleichende Probe jedoch schon ganz anders aus.

Es liegt im Ermessen der Spielleiterin, ob und wann vergleichende Proben zum Einsatz kommen. Wenn ein Nichtspielercharakter keinen aktiven Widerstand leistet beziehungsweise nicht besonders wachsam oder gewarnt ist, dann sollte eine einfache Probe durch die Spielerin ausreichend sein. Dies gilt ebenfalls dann, wenn die Bedeutung der Probe nicht immens wichtig ist. In allen anderen Situationen, in denen ein Nichtspielercharakter also aktiven Widerstand leistet oder aber die Dramaturgie bedeutsam ist, sind vergleichende Proben zu absolvieren (dies gilt bspw. immer bei Kämpfen).

Kompetenzstufe: Es werden vier Stufen unterschieden, die eine grundlegende Aussage über die Fähigkeiten eines Nichtspielercharakters wiedergeben. Dadurch kann eine Spielleiterin schnell bestimmen, welche Qualität dieser Charakter im Einsatz für oder gegen die Spielercharaktere entfaltet.

Wichtige Attribute: Ein Nichtspielercharakter kann über ein bis maximal zwei wichtige Attribute verfügen, die ihn aufgrund seiner Rolle auszeichnen. Alle weiteren Attribute sind für seine Rolle eher nebensächlich und erhalten daher einfach einen Wert von 10.

Wichtige Fertigkeiten: Gemäß der Rolle des Nichtspielercharakters sollte dieser über bis zu drei wichtige Fertigkeiten verfügen. Mit steigender Kompetenzstufe können es auch mehr sein. Alle weiteren Fertigkeiten sind für die Rolle des Nichtspielercharakters eher nebensächlich und erhalten daher einfach einen Wert in Höhe der Grundchance.

Dienstleistungskosten: Wird ein Nichtspielercharakter z. B. im Rahmen einer Dienstleistung von den Spielercharakteren angeheuert, so geben die Dienstleistungskosten die entsprechenden Ausgabenkategorien an. Dienstleistungen von geringem Umfang können eine Kategorie günstiger erworben werden, längerfristige Dienstleistungen sind unter Umständen auch teurer.

Tabelle: Kompetenzstufen von NSC
Kompetenzstufe Wichtige Attribute Weitere Attribute Wichtige Fertigkeiten Weitere Fertigkeiten Dienstleistungskosten
Durchschnittlich („Grundausbildung“) 10 10 30% Grundchance S Standardausgabe
Überdurchschnittlich („Jahrelange Erfahrung“) 12 10 40% Grundchance U Unübliche Ausgabe
Außergewöhnlich („Jahrzehntelange Erfahrung“) 14 10 60% Grundchance G Große Ausgabe
Experte („Meisterschaft“) 16 10 80% Grundchance E Extreme Ausgabe

Das Verfahren mit den Kompetenzstufen ist vor allem für generische Typen von Nichtspielercharakteren geeignet. Möchte die Spielleiterin besondere Charaktere wie z. B. bedeutsame Antagonisten erschaffen, so sollte man diese mit vollen Werten und Fertigkeiten ausstatten. Unnatürliche Nichtspielercharaktere verfügen unter Umständen auch über Kreaturenmerkmale oder Unnatürliche Rituale.