Sicherheitstechniken

In jeder Rollenspielrunde, aber insbesondere beim Spiel mit Horrorelementen, können Themen oder Spielsituationen aufkommen, die einzelnen oder allen Mitspielerinnen (dies schließt die Spielleiterin ein!) unangenehm sein oder gar Erinnerungen an traumatische Ereignisse auslösen können (Trigger). Dabei sollen sich in einer Spielrunde alle wohlfühlen und Spaß haben, auch wenn im Spiel gerade schreckliche Dinge passieren – immerhin ist es ein Horror-Rollenspiel!

Am wichtigsten ist es deshalb, vor dem Spiel bzw. dem Start einer neuen Runde miteinander zu sprechen und einen Konsens über die Inhalte des Spiels zu finden (Gruppenvertrag). Als Spielleiterin könnt ihr eure Mitspielerinnen auch bitten, euch vorab Tabus oder Grenzen persönlich mitzuteilen. Sicherheitstechniken können dabei unterstützen unangenehme Situationen zu verhindern, doch wie immer sind das Entscheidende Empathie und gesunder Menschenverstand. Es ist beileibe kein muss Sicherheitstechniken einzusetzen und letztlich sollte jede Gruppe gemeinsam entscheiden, welche Absprachen sie trifft und ob und welche Techniken sie nutzen will.

Die X-Karte wird als physische Karte auf den Tisch gelegt. Fühlt sich eine Mitspielerin bei einem Thema oder in einer Situation unwohl, kann die Karte hochgehalten oder antippt werden, um das unangenehme Thema sofort ohne Rechtfertigung zu beenden. Alternativ kann auch einfach das Wort „X“ ausgesprochen oder die Arme in der Form eines X vor den Körper gehalten werden.

Vor dem Spiel werden Grenzen und Schleier abgesprochen. Dabei sind „Grenzen“ Spielinhalte, die Mitspielerinnen grundsätzlich aus dem Spiel ausschließen möchten, und „Schleier“ Spielinhalte, die ausgeblendet oder hinter einem Schleier vorkommen können, jedoch nicht ausgespielt werden sollten.

Eine Ampel mit den Farben Grün, Gelb und Rot wird in die Mitte des Tisches gelegt. Die Mitspielerinnen können bei Bedarf auf die Farben tippen, um zu signalisieren, ob die Szene so fortgeführt (gelb), intensiviert (grün) oder gestoppt/abgemildert werden soll.

Im Sinne eines Gruppenvertrages wird vor dem Spiel kurz über „Concept“ (Konzept), „Aim“ (Ziel), „Tone“ (Atmosphäre) und „Subject Matter“ (Thema) des geplanten Spiels gesprochen, so dass alle Mitspielerinnen auf dem gleichen Stand sind.