Pyramids Gallery

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Orte inhaltlich programmatischer Tendenzen

– wingster, 2021

„Ich kam ganz durch Zufall an der Galerie vorbei, es war ein trüber Tag im letzten Herbst. Schon durch das Schaufenster habe ich Es gesehen. Es war das einzige Werk in der Ausstellung, aber hey, ich musste es sofort haben. Noch nie zuvor hat mich etwas so unmittelbar und so nachhaltig in seinen Bann gezogen. Der Preis war lachhaft, eigentlich zu schön, um wahr zu sein … Ich bin dann noch zweimal dort gewesen, aber die Galerie war immer geschlossen.“

Eine kleine Galerie ist ein unauffälliger Ort. Niemand in der Nachbarschaft wundert sich, wenn sie nur sporadisch öffnet oder längere Zeit geschlossen bleibt. Zu den seltenen Vernissagen kommen komische Menschen, die danach nie wieder gesehen werden.

Die Schaufenster und die Tür sind stets mit Jalousien verschlossen, auf den Scheiben prangt das Logo und der Schriftzug: Pyramids Gallery.

„Hier war schon lange niemand mehr. Oh doch, vor ein paar Tagen, weit nach Einbruch der Dunkelheit, kam dieser Lastwagen. Ist mit laufendem Motor stehen geblieben. Drei Männer haben etwas großes, schweres abgeladen und in die Galerie geschafft. Sind dann weitergefahren. Ich wollte mich am nächsten Tag beschweren wegen dem Lärm, aber es ist ja nie jemand da.“

Alternativ ist durch das Schaufenster der Ausstellungsraum einsehbar. Ein Zettel, an der Innenseite der Tür mit Klebeband befestigt, darauf eine Telefonnummer. Meldet sich am anderen Ende ein mürrischer, kurz angebundener Mensch? Welche Losung könnte ihn wohl davon überzeugen, mit dem Anrufer länger zu reden oder sich sogar mit ihm in der Galerie zu treffen? Oder meldet sich nur eine vertröstende Bandansage. Und warum ruft immer in den unpassendsten Momenten jemand anonym bei uns an, seitdem wir diese Nummer gewählt haben?

Bei Bedarf ist die Galerie natürlich auch offen. Im Verkauf ist jedoch nur eine Aushilfe. Für einige Werke hat sie eine Preisliste, verkaufen darf sie allerdings nichts. Gerne können aber Namen und Kontaktinformationen hinterlassen werden, es wird sich dann jemand melden …

Eine Pyramids Gallery kann es in jeder Stadt auf der Welt geben, in jeder Epoche ab ES 5. Sie wird am Rande von weniger attraktiven Vierteln zu finden sein, dort, wo eine Galerie normalerweise wohl gar nicht vermutet wird. Häufig ist sie in älteren Häusern untergebracht. Neben dem Haupteingang ist meistens noch ein Hintereingang vorhanden, aus dem Hausflur oder einem Hof ist es so potentiell möglich, relativ unbemerkt in die Räume der Galerie zu kommen.

Eine Pyramids Gallery kann in das FHTAGN-Netzwerk eingebunden sein oder nicht. Gehört sie dazu, kann sie als Ort dienen, an dem Ausrüstung und Informationen bereitgestellt oder ausgetauscht werden, auch gefundene Artefakte können dort abgegeben, eingelagert und untersucht werden.

Die Galerie kann als FHTAGN-Netzwerk Zuflucht dienen oder vom Netzwerk als Ort einer forcierten Begegnung mit notwendigen oder gewollten Kontaktpersonen benutzt werden.

Die Charaktere könnten auch damit beauftragt werden, etwas aus einer Galerie zu bergen oder Ausrüstung dort zu hinterlegen.

Die Charaktere können immer wieder auf Pyramids Galerien treffen oder sogar gezielt nach ihnen suchen. Das verbindende Element der Galerien kann dabei der Name sein, oder auch nur ein bestimmtes Logo (damit wird die Suche schwerer). Auch der an der Tür vermerkte Inhaber könnte komischerweise überall auf der Welt identisch sein. Ist so etwas überhaupt möglich?

Inspirationen für zufällige Galerien:

W10 Besonderheit
1 Die Ausstellungsräume der Galerie sind komplett leer. Die Staubschicht auf dem Boden lässt erahnen, dass hier schon lange Zeit keine Besucher mehr waren. In der Küche stapeln sich leere Pizzakartons und Verpackungen von Mikrowellenessen, dem Verfallsdatum nach sind diese sogar relativ aktuell. Das Sofa im Büro wurde wohl längere Zeit als improvisierter Schlafplatz genutzt , es sollte dringend mal wieder gelüftet werden. Wer hat hier Unterschlupf gesucht und warum? Wie kann der Riegel von Innen vorgelegt sein, ohne dass jemand hier ist?
2 Das einzige verbindende Element der Werke in der Ausstellung ist wohl ihre bisherige Unverkäuflichkeit. Epochen, Stile und Kunstrichtungen sind wild gemischt. Dazwischen Kunsthandwerk, das eher an Reisemitbringsel erinnert. Der Übergang zum Trödel scheint fliessend. Hier also wurde das seltsame kleine Bild gekauft. Warum hat sich immer noch niemand vom Personal blicken lassen? Ist hier überhaupt jemand zuständig?
3 Die Galerie vertritt exklusiv diesen neuen, jungen Künstler. Das ganze Lager ist voll, einige großformatige Stücke hängen im Ausstellungsraum. Alle Werke tragen die gleiche Signatur, unterscheiden sich nur marginal voneinander. Der Stil ist, na ja, eher minimalistisch. Immer wieder dieses eine Symbol. Wer ist dieser Künstler? Was ist das für ein Symbol? Wer würde wohl so ein Bild kaufen?
4 Fotografien, jede Menge Fotografien. Diese eine Serie von Portraits sticht allerdings heraus. Dieser Ausdruck, die panische Angst in den Blicken, diese Tiefe des Schreckens. Was haben diese Menschen gesehen? Wer hat diese Bilder erstellt? Spiegelt sich da nicht etwas in der Pupille des kleinen Mädchens? Wenn wir nur das Negativ hätten und eine Vergrößerung …
5 Auf den ersten Blick ist da Müll in der Mitte des Ausstellungsraumes zusammengefegt worden. Aber anscheinend soll genau dieser Haufen das Kunstwerk sein. Sogar Bewegungsmelder mit Alarm sind installiert, damit man ihm nicht zu nah kommt. Da ist ein seltsamer Glanz in den Scherben, sie scheinen auch alle irgendwie auf etwas ausgerichtet zu sein. Was genau ist dieses Ding, das den Mittelpunkt des Haufens bildet? Woran in aller Welt erinnert mich nur dieser Geruch?
6 Ok, Performancekunst ist nicht besonders populär in den letzten Jahren. Aber das sich nur so wenige Besucher eingefunden haben, ist schon fast ein wenig unangenehm. Wie viele Einladungen wurden wohl verteilt? Warum haben wir eine bekommen? Werden nicht normalerweise Häppchen bei sowas gereicht? Was macht die Künstlerin da mit den Rasierklingen …?!
7 Die Skulpturen in der Ausstellung sind außerordentlich realistisch gearbeitet. Fast ist man an diese plastinierten, echten Leichen aus dieser Wanderausstellung erinnert, die Anfang der 2000er für so viel Wirbel sorgte. Aber diese Dimensionen und Verhältnisse können unmöglich … diese Hand ist so groß wie ein Hund!
8 Dieser seltsam glatte Würfel in der Mitte des Raumes soll also Klangkunst sein? Ein Warnschild: „Extreme, teils unhörbare Frequenzen. Wenn Sie Schwindel oder Übelkeit verspüren, melden Sie sich bitte beim Personal.“ Hört das denn sonst niemand hier? Diese Melodie, diese Stimmen? Wie können die anderen Menschen hier nur diesen Lärm aushalten und sich dabei unterhalten? Zum Glück führt mich die Dame nach hinten. Moment mal, wer sind diese beiden Kerle …
9 Das überwiegende Thema ist Natur - die Wildheit der Natur. Die Räume erscheinen irgendwie organisch, ein starker, erdiger Geruch ist überall zu vernehmen. Die dargestellten Objekte und Gemälde sind simpel und archaisch. Sie berühren da etwas tief in einem drin. Ein altes Gefühl, das scheinbar lange schlummerte …
10 Die Räume der Galerie sind verwirrend gleich, als würde man vom einen in den anderen und dann wieder in denselben Raum laufen. Wo sind diese merkwürdig gekleideten Personen geblieben, die noch eben da vorne standen? Und was ist hinter diesem steinernen Bogen, den es nur in diesem einen Raum gibt? Er scheint fast wie eine Tür nach draußen zu sein, doch was sind das für Häuser und Leute?

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