Orden der göttlichen Auferstehung

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Anbeter der Großen Alten Shub-Niggurath mit dem Ziel des ewigen Lebens.

– Corumel, wingster, 2021

Die Wiederauferstehung bzw. Reinkarnation in einem anderen Körper ist ein Versprechen vieler Religionen. Dem Tod oder ewigen Schlaf zu entkommen, sein Wissen zu bewahren, es weiter zu nutzen, es zu erweitern und fortzubestehen ist ein tief im Menschen verankerter Wunsch. Der Orden der göttlichen Wiederauferstehung hat es geschafft, diesen Wunsch für seine Mitglieder zu erfüllen.

Die Entstehung des Kultes erfolgte im Umfeld des Deutschen Ordens während des 3. Kreuzzuges in Akkon. Bei den karitativen Aktivitäten im Heiligen Land kommen die ersten Mitglieder des Kults mit dem Wissen des Necronomicon und vergleichbarer Schriften über die Großen Alten in Kontakt und gründen den Orden der göttlichen Auferstehung. Damals wie heute betet der Orden Shub-Niggurath an und folgt dem Versprechen der Wiedergeburt und des ewigen Lebens.

Mit der späteren Verlagerung des Wirkungsschwerpunktes des Deutschen Ordens nach Nordosteuropa verlagerte sich auch das Wirken des Kultes in das Hoheitsgebiet des Deutschordensstaates. In dessen unbeabsichtigtem Schutz wuchs der Kult und gewann kontinuierlich an Macht.

Der Name, Orden der göttlichen Auferstehung, mutet auf den ersten Blick sehr christlich an, dies lässt sich mit seiner Entstehung im direkten Umfeld eines Ritterordens und der Notwendigkeit der Geheimhaltung erklären. Mit dem Ziel eines ewigen Lebens versucht der Kult den Geist vor dem Tod der irdischen Hülle auf den lebenden Körper eines anderen Menschen zu übertragen. Der zumeist jüngere Körper enthält dann, sollte das Ritual erfolgreich sein, den älteren Geist mit all seinen Erfahrungen und Wissen.

Das heutige Verbreitungsgebiet des Kultes reicht vom Norden Deutschlands bis ins Baltikum. Der Kult hat im Laufe der Jahrhunderte lokale Strukturen, sogenannte Ringe, entwickelt. Die wesentlichen Ringe existieren in den Städten Berlin, Greifswald, Kaliningrad (Königsberg), Malborg (Marienburg), Danzig, Riga und Tallinn (Reval). Den Kontakt zwischen den Ringen halten die jeweiligen Ringführer. Auch wenn die Ritualplätze des Kults in der unberührten Natur (z. B. auf der Inseln vor Estland oder im Pokaini Wald, Lettland) liegen, so sind seine Mitglieder doch eher den Städten verhaftet und unterhalten dort auch ihre sogenannten Komtureien.

Ein sichtbares Merkmal der Kultisten sind die metallenen Ringe der Reinkarnationen, die sie an den Händen tragen. Diese symbolisieren die Anzahl der jeweiligen „Wiederauferstehungen“ und damit auch den Rang im Orden. Diese Ringe werden vorzugsweise aus Metallen gefertigt, wie man sie aus niedergegangenen Meteoriten gewinnen kann.

Zentraler Punkt des Glaubens des Kultes liegt in der geistigen Wiederauferstehung bzw. dem Fortleben seiner Mitglieder und dem dadurch ermöglichten Hinzugewinn an Macht.

Mit der Kenntnis des richtigen Rituals und den entsprechenden Vorbereitungen lernte der Kult den Geist eines Mitglieds von einem Körper in einen anderen zu transferieren, dies muss jedoch vor seinem Tod passieren. Der „Alte“ sucht sich in der Regel seinen „neuen Körper“ zuvor aus und nimmt sich im Rahmen des Rituals dann das Leben. Sein Geist geht dabei in den neuen Körper über; der in diesem Körper bisher beheimatete Geist wird aus dem Körper verdrängt und geht verloren.

Über das ewige Leben der wichtigen, Wissen tragenden Mitglieder, verfolgt der Orden sein Ziel des Ausbaus seiner Macht. Stirbt ein Mitglied des Kultes, ohne dass sein Geist übertragen wurde, so ist das Fügung bzw. einfach Schicksal. Geist und Wissen gehen dem Orden für immer verloren. Auch wird der Segen der Wiederauferstehung nicht jedem Mitglied zuteil.

RITUAL ZUM ÜBERGANG DES GEISTES
Hin zu ewigem Leben

Studium: Jahre; 1W6 STA.

Durchführung: Neumondnacht, 1W8 Stunden; 1W10 WP, 1W10 STA.

Muss unter freiem Himmel oder zumindest unter Sichtbarkeit des Himmels (großes Fenster) durchgeführt werden.

Neben dem Geist abgebenden und dem Geist aufnehmen Körper sind noch 12 Mitglieder des Kultes notwendig. Die 12 Anwesenden bilden einen Kreis, der abgebende Körper wird dabei im Kreis auf 6 Uhr, der aufnehmende Körper auf 12 Uhr positioniert, wobei sich ihre Köpfe fast berühren. Beide Körper werden mit dem Balsam der Wiederauferstehung (s. u.) gesalbt.

Nach mehreren Stunden monotonen Singens und Betens wird der alte Körper durch einen Stich in das Herz getötet. Die dabei verwendete Klinge muss aus Obsidian bestehen. Das austretende Blut wird auf den gesalbten Körpern verteilt und dient als Katalysator für den Balsam der Wiederauferstehung. Der aufsteigende Äther bildet eine Brücke zwischen den Körpern, über die der Geist transferiert wird.

Die neuen, aufnehmenden Körper, auch „Hüllen“ genannt, werden durch den Orden sorgfältig ausgewählt. Manchmal wird auf junge, bereitwillige Mitglieder des Ordens zurückgegriffen, die sich selbst als Hülle zur Verfügung stellen. Häufig werden Menschen jedoch entführt, auf ihre Tauglichkeit als Hülle für ein Ordensmitglied hin untersucht und gegen ihren Willen benutzt. Je nach Umstand kann die Selektion einer passenden Hülle sorgsam und geplant ablaufen, manchmal erfordert der Gesundheitszustand eines Ordensmitglieds aber auch die kurzfristige und schnelle Auswahl einer neuen Hülle.

Die Anbetung Shub-Niggurath erfolgt im Freien, unter dem Sternenhimmel, an zumeist abgelegenen, urwüchsigen Orten, wie man sie damals und heute noch im Baltikum findet. Häufig finden bei den Anbetungen und Beschwörungen des Kults Trommeln Verwendung, die nach äonenalten und unheimlichen Rhythmen geschlagen werden. Bei ihren Ritualen tanzen die Kultisten nackt und ekstatisch zum Klang der Trommeln.

Die Rituale, darunter Aklo Sabaoth (Junges von Shub-Niggurath), finden in der Walpurgisnacht, zur Wintersonnenwende, einer Sonnenfinsternis oder einer planetarischen Paraden statt.

Im Rahmen des Rituals wird auch der „Balsam der Wiederauferstehungen“ hergestellt:

BALSAM DER WIEDERAUFERSTEHUNGEN
Notwendige Grundlage für das Ritual zum Übergang des Geistes.

Ingredienzien: Ungereinigtes Meersalz, Bleioxid, Salmiak, Schwefel, Pechblende, Absonderungen eines Jungen von Shub-Niggurath.

Aktivierung: Erfordert menschliches Blut als Katalysator, bildet dann ätherische Dämpfe aus, die als Brücke für die Übertragung des Geistes im Ritual dienen.

Im Rahmen eines Rituals kann in der Regel Balsam für mehrere Übergangs-Rituale erzeugt werden. Der Balsam ist mehrere Monate haltbar.

Stein der Wandlung

Der Stein der Wandlung befindet sich seit vielen Jahrhunderten im Besitz des Ordens. Sein Ursprung ist definitiv nicht irdisch.

Mit seiner Hilfe vereinfacht sich die Anrufung von Shub-Niggurath und ihrer Jungen. Die benötigten Menschenopfer finden in seiner Gegenwart einen schrecklichen Tod.

STEIN DER WANDLUNG
In jeder Verwandlung steckt auch immer Schmerz.

Rituale: Unterstützung beim Aklo Sabaoth (Junges von Shub-Niggurath); -1W3 WP.

Aktivierungskosten: Ein Menschenopfer.

STA-Verlust: 1W6 STA.

Der Stein der Wandlung kam bereits in den ersten Jahren nach seiner Gründung in den Besitz des Ordens. Seine Form ähnelt am ehesten einem Korallenstück oder verzweigten Fulgurit aus Obsidian, in dessem Inneren im Sternenlicht violette Schlieren sichtbar werden. Der Stein hat eine eruptive, mutagene Wirkung auf alle irdischem, organischen Materialien. Bei Tieren und Menschen führt dies in kürzester Zeit zu einem furchtbaren Tod. Daher wird er in einer kleinen, mit Blei ausgekleideten Kiste verwahrt.

Jahr Ereignis
um 1200 Ritter des Deutschen Ordens (Orden der Brüder vom Deutschen Hospital Sankt Mariens in Jerusalem) kommen während des 3. Kreuzzuges in Akkon mit dem Wissen des Necronomicons in Kontakt. Die bis 1199 rein karitative Gemeinschaft beschäftigt sich intensiv mit dem Wissen um die Großen Alten, der Orden der göttlichen Auferstehung wird gegründet.
ab 1230 Mit der Verlagerung des Handlungsschwerpunktes des Deutschen Ordens nach Nordosteuropa verlagerte sich auch das Wirken des neu gegründeten Kults in das Hoheitsgebiet des wachsenden Deutschordensstaates. In dessen ungewolltem Schutz wuchs der Kult und gewann kontinuierlich an Macht. Mit dem Kult reist auch der Stein der Wandlung nach Norden.
um 1400 Mit dem ungehinderten Zugang nach Livland, Estland und den vorgelagerten Inseln entdeckt der Kult urwüchsigen und abgeschiedenen Orte, die für die Anbetung von Shub-Niggurath wie geschaffen scheinen.
zwischen 1230 und 1560 Gründung von Ringen in Greifswald, Marienburg (Malborg), Danzig, Riga und Reval (Tallinn); der Hauptsitz des Kults befindet sich nach wie vor in Königsberg (Kaliningrad).
1640 Expedition des Rings aus Riga nach Nord-Skandinavien in das Gebiet der Samen (Sámi).
um 1500 Gründung eines Rings in der neuen Residenzstadt der brandenburgischen Kurfürsten (Haus Hohenzollern) Berlin.
nach 1543 De revolutionibus orbium coelestium (Über die Umlaufbahnen der Himmelssphären) von Nikolaus Kopernikus bringt dem Kult neue Erkenntnisse zur Deutung alter Ritualtexte.
1672 Am Fest der Wintersonnenwende werden am Ritualplatz bei Riga nicht nur die vorgesehenen Opfer, sondern auch die 20 Mitglieder des Kults von einem Jungen von Shub-Niggurath verschlungen.
ab 1781 Durch die Entwicklung der Naturwissenschaften ab Mitte des sechzehnten Jahrhunderts gelingt dem Kult in diesem Jahr ein wichtiger Durchbruch bei der Entschlüsselung des Wiederauferstehungs-Rituals. Der Durchbruch bezieht sich auf die Bereitung des Balsams der Wiederauferstehung.
ab 1829 Mit der Gründung des Kaiserlich Deutschen Archäologischen Institut im Jahr 1874 aus seinen Vorläufern eröffneten sich insbesondere dem Ring in Berlin neue Möglichkeiten durch Teilnahme an Expeditionen an uraltes Wissen zu gelangen.
1899 bis 1903 Mitglieder des Rings aus Berlin sind bei den Voruntersuchungen zum Bau und Trassenführung der Bagdadbahn vor Ort dabei. Es wird dabei in eigener Sache im heutigen Syrien und Irak geforscht.
1944 Der Stein der Wandlung wird von Königsstein (Kaliningrad) nach Riga gebracht.
ab 1945 Die in den Kriegswirren unterbrochene Kommunikation zwischen den Ringen kommt mit den Grenzverschiebungen nach Kriegsende fast völlig zum Erliegen. Auch in der kommenden Jahren bleibt sie weiterhin schwierig.
ab 1990 Mit der Unabhängigkeit des Baltikums in Folge der Perestroika und der Auflösung des der Sowjetunion erhält der gesamte Kult wieder ungehinderten Zugang zu seinen wichtigsten Kultstätten.

Sollten sich die Charaktere in der Zeit vor 1945 mit dem Kult beschäftigen, könnten Informationen in den Bibliotheken von Königsberg (z. B. der Universitätsbibliothek Königsberg) zu finden sein. Nach Ende des 2. Weltkrieges wurde alles noch verliebende schriftliche Material, in dem der Kult Erwähnung finden könnte, nach Moskau in die heutige Russische Staatsbibliothek verbracht.

  • Reisende im Baltikum finden in der Wildnis einen amorphen Haufen organischer Materie, der entfernt an ein menschliches Wesen erinnert. DNA-Untersuchungen offenbaren furchtbare, bisher nicht gesehene Mutationen und Verschmelzungen mit anderen Wesen. Teile der sequenzierten DNA sind unbekannten Ursprungs, können eigentlich nicht von unserem Planeten stammen. Es scheint, als würde dieser Platz häufiger für schreckliche Rituale benutzt. Was geschieht hier?
  • Mehrere junge Männer und Frauen werden entführt, tauchen aber wenige Tage später wieder auf. Sie haben vage Erinnerungen an medizinische Untersuchungen, die in einer seltsamen Umgebung und von eigenartig maskierten Menschen vorgenommen wurde. Wenige Wochen oder Monate stellt sich bei allen wieder aufgetauchten Opfern heraus, dass sie an ernsten körperlichen Krankheiten leiden, die vorher unentdeckt geblieben sind. Ein letztes Opfer bleibt verschwunden. Monate später wird es in den Medien zufällig von den Hinterbliebenen wiedererkannt …
  • Eine wohlhabende Familie wird erpresst. Der alte, verheimlichte, dunkle Fleck in der Familiengeschichte scheint die Familie einzuholen. Doch wer könnte heute noch davon wissen?
  • In der Nähe einiger abgelegener Dörfer in Nordpolen ist in bestimmten Nächten im Jahr durchdringendes Trommeln zu hören. Es existiert auch ein Video, dass im Internet mit dem Titel „Geistertrommeln im Wald“ kursiert und aus der Gegend zu stammen verspricht. Die Behörden sehen keinen Grund einzugreifen. Das FHTAGN-Netzwerk beauftragt die Charaktere, die Vorfälle zu untersuchen.
  • Das FHTAGN-Netzwerk vergibt den Auftrag, in eine Komturei des Kultes einzudringen. Das Ziel sind Informationen, der Einbruch muss unbemerkt bleiben. Werden die Charaktere dem Drang widerstehen, dieses kleine, reich verzierte Kästchen zu öffnen?

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