Der Kopf des Samurai

Zusammenfassung Kontext Hintergrund Einführung der Charaktere Hinweise in Oguruso Konfrontation Körpermodifikationen Auflösungsmöglichkeiten Werte Forum

Ein Szenario im feudalen Japan, 3. Platz beim FHTAGN-Fragmente-Wettbewerb 2021.

– Laura D'Angelo, 2021

Im feudalen Japan sucht man den Kopf des Samurais Akechi Mitsuhide. Lediglich seine enthauptete Leiche wurde gefunden und ein Dorf wird verdächtigt, diesbezüglich etwas zu verheimlichen. Tatsächlich beherbergt der dortige buddhistische Tempel ein außerirdisches Wesen, das Menschen zum Schürfen von begehrten Erzen zu Cyborgs umbaut.

Die Zeit der streitenden Reiche in Japan, in der die Daimyō mit ihren Samurai in wechselnden Bündnissen miteinander und gegeneinander in verheerende Schlachten ziehen, scheint Ende des 16. Jahrhunderts nach etwa hundert Jahren ein Ende zu finden, als ein ambitionierter und gnadenloser Daimyō namens Oda Nobunaga mit brutaler militärischer Gewalt fast ganz Japan erobert. Doch im Jahr 1582 kommt es zum Putsch: Ausgerechnet Akechi Mitsuhide, einer seiner vertrautesten Generäle, wendet sich gegen Oda und überfällt ihn im Tempel von Honnōji in Kyoto. Oda begeht Seppuku.

Hashiba Hideyoshi, ein loyaler General Odas, belagert gerade den Mōri-Clan. Als er von Akechis Verrat hört, marschiert er umgehend mit seinen Soldaten nach Kyoto und zerschmettert die unterlegene Armee von Akechi in der Schlacht von Yamazaki. Mit einer Hand voll treuer Samurai flüchtet Akechi vom Schlachtfeld. Nahe dem Dorf Ogurusu finden Hashibas Soldaten ihn tot vor – und ohne Kopf.

Vor kurzer Zeit hat ein Wesen aus den Tiefen des Weltraums das Dorf Ogurusu heimgesucht. Es ist nur geringfügig organisch, dafür großteils metallisch. Untereinander verständigen sich diese Kreaturen in einer schleifend-mahlend-ratternden Sprache, in der ihr Name am ehesten in menschlichen Tönen transkribiert werden kann als G‘sch-Krrh-Ch.

Unter dem Tempel der buddhistischen Ikkō-Sekte in Ogurusu haben diese Wesen eine Quelle für ein begehrtes Erz ausfindig gemacht (um welches sie in ihrer Daseinsgeschichte oft mit den Mi-Go konkurrieren mussten) und haben daher eines der ihren ausgesendet, um es abzubauen.

Das Problem: Das Element befindet sich in einer Thermalquelle in einer unterirdischen Grotte unter dem Tempel und das „Nervensystem“ der G‘sch-Krrh-Ch besteht aus Supraleitern, d.h. diese Wesen sind besonders schnell bei kalten Temperaturen, werden aber träger bei hohen Temperaturen. Der Abbau des Elements würde also zu langsam vonstatten gehen, wenn der G‘sch-Krrh-Ch es selbst erledigen würde. Zur Effizienzsteigerung sollen deshalb menschliche Arbeitskräfte eingesetzt werden.

Der G‘sch-Krrh-Ch nahm durch Formwandlung die Gestalt von Ikkō-Sektengründer Shinran basierend auf dessen Statue in Ogurusu an. Die Imitation war so gut und die metallische Erscheinung so wundersam, dass die Ikkō-Mönche in ihm tatsächlich den auferstandenen Shinran sahen, der die Sekte wieder zu neuem Ruhm führen sollte.

Unter dem Tempel an der Thermalquelle baute der G‘sch-Krrh-Ch innerhalb kurzer Zeit eine Anlage aus. Sie beinhaltet:

  • Kernfusionsreaktor zur Erzeugung elektrischen Stroms
  • OP-Raum zur Modifikation von Mensch und Tier
  • Laborraum für wissenschaftliche Untersuchungen
  • Klimaanlage zur Schaffung kalter Temperaturen
  • Isolierende Türen zur Thermalquelle-Grotte hin
  • Lagerraum für das Erz; es wird dort direkt in eine Art Raumschiff gelagert, um damit jederzeit die Erde verlassen zu können
  • Transportband von der Thermalquelle-Grotte zum Lagerraum
  • Steuerzentrale mit zahlreichen Computern, die die Anlage und Cyborgs steuern
  • Aufladestationen für die Cyborg-Diener

Nach einigen ersten Experimenten an Tieren und Menschen ist der G‘sch-Krrh-Ch mittlerweile sehr erfahren in der Anatomie der hiesigen Lebewesen.

Akechi und seine Anhänger sind seine neuesten Opfer. Als Akechis treuester Samurai Saitō Toshimitsu die Aussichtslosigkeit ihrer Lage erkennt, will er zumindest seinem Herrn die Versklavung ersparen und köpft ihn. Zur Strafe wird er von den Ikkō-Mönchen verkrüppelt und in Ogurusu liegen gelassen. Der G‘sch-Krrh-Ch überwältigt die übrigen Samurai und nimmt Akechis Kopf mit, während Akechis Körper von den Mönchen weggeworfen wird.

Mit Akechis Kopf will der G‘sch-Krrh-Ch ein besonderes Andenken an die Erde erschaffen. Unter Zuhilfenahme von tierischen Körperteilen, pflanzlichen Zusätzen und künstlichen Bauteilen konstruiert er eine scheußliche Chimäre als sein Haustier, das alle Erinnerungen und das volle Bewusstsein von Akechi beibehalten hat (beim Anblick 1/1W6 STA-Verlust).

Je nach Auftraggeber haben die SC verschiedene Motivationen, warum sie herausfinden wollen, was mit Akechi passiert ist:

  • Hashiba Hideyoshi will Akechis Tod sicherstellen. Beim gefundenen Körper ist die Identität nicht eindeutig klar und die Bewohner von Ogurusu benehmen sich verdächtig. Vielleicht haben sie Akechi getötet oder verstecken ihn lebendig? Hashiba will Antworten und Akechis Kopf, um ihn öffentlich aufzuspießen und ganz Japan zu zeigen, dass man ihm als wahren Nachfolger Odas nicht in die Quere kommen sollte.
  • Akechi-Loyalisten könnten vom Fund des kopflosen Körpers und Hashibas Zweifeln gehört haben und hegen Hoffnung, ihren Herrn lebendig aufzufinden, oder zumindest dessen Kopf vor Hashiba zu retten.
  • Beim FHTAGN-Netzwerk als Auftraggeber könnten sich dahinter die Mi-Go verbergen, die Konkurrenten der G‘sch-Krrh-Ch. Die Suche nach Akechis Kopf wäre ein Vorwand, um den Konkurrenten beim Abbau dieses Erzes zu stören und selbst an das Erz zu gelangen.
  • Saitō Toshimitsu, nun ein schmutziger Krüppel ohne Zunge und mit gebrochenen Gliedmaßen, kann anhand des Saitō-Clan-Emblems auf seinen Lumpen identifiziert werden.
  • Tiere (zu mobilen Überwachungskameras modifiziert) beschatten die SC und können dabei beobachtet werden, wie sie aus dem Tempel ein- und ausgehen (zur Akku-Aufladung oder zu Reparaturzwecken).
  • Die überwiegend buddhistischen Dorfbewohner reagieren misstrauisch bis feindselig gegenüber den SC. Sie haben womöglich Akechi und seine Anhänger bewirtet, bevor diese überwältigt wurden, und wissen vage, dass die Mönche Shinran Opfer darbringen, aber werden vorgeben, nichts zu wissen.
  • Die christliche Minderheit reagiert zurückhaltend bis hilfesuchend gegenüber den SC. Sie haben Angst vor den Mönchen und tuscheln über Shinrans Rückkehr. Vielleicht hat jemand Shinran sogar erblickt.
  • Der ortsansässige Jesuitenpriester beschuldigt die Ikkō-Sekte des Verschwindens christlicher Bürger und der Verkrüppelung eines Durchreisenden (Saitō).

Früher oder später wird der G‘sch-Krrh-Ch versuchen, an die SC zu gelangen und sie ebenfalls zu seinen Dienern zu machen, vor allem wenn deren Ermittlungen lästig werden, z.B. durch:

  • Überfall/Entführung durch die Ikkō-Kampfmönche
  • Überwältigung durch den G‘sch-Krrh-Ch im Tempel
  • Versprechung von göttlicher Erleuchtung, wenn die SC sich „Shinran“ unterwerfen

Falls bei einem Widerstand SC tödlich verwundet werden oder sterben, ist das für den G‘sch-Krrh-Ch kein Problem. Er ersetzt dann sämtliche beschädigte Körperteile/Organe und bringt die SC künstlich zum Leben.

Der G‘sch-Krrh-Ch wird alle überwältigten SC mit einer Reihe von Körpermodifikationen versehen (siehe FHTAGN-Regelwerk S.162-163). Die Auswahl der Körpermodifikationen kann sich pro SC unterscheiden (der G‘sch-Krrh-Ch befindet sich immer noch in einem Optimierungsprozess), doch am Ende sollten zwei Kriterien erfüllt sein:

  1. Der SC sollte dazu befähigt werden, nach Erzen in der Thermalquelle zu schürfen (amphibische Arbeitsweise, Hitzeresistenz, Einbau/Nutzbarkeit entsprechender Werkzeuge).
  2. Der freie Wille des SC sollte behindert werden, z.B. durch ein Implantat, das
    • die Kontrolle über seinen Körper übernimmt; ein SC kann sich dem durch eine gelungene EN-Probe und/oder dem Verbrauch von WP für 1W6 Runden/Minuten widersetzen.
    • Schmerzen bereitet, wenn der SC entgegen seiner Befehle handelt (vielleicht bis zur Selbstzerstörung des SC).
    • unwiderstehlich berauschende Glückshormone freigibt, wenn der SC seinen Befehlen nachkommt.

Möglicherweise werden die SC von elektrischer Energie abhängig und müssen sich regelmäßig zum Aufladen ihrer Akkus (ihrer TP) in eine Aufladestation begeben.

Die Erkenntnis, dass eine Körpermodifikation an sich selbst durchgeführt worden ist, kostet 1/1W8 STA (Hilflosigkeit).

  • Die SC fliehen, möglicherweise mit Akechis Hilfe, z.B. indem sie
    • die Computersysteme zerstören/deaktivieren, die ihre Implantate steuern,
    • den G‘sch-Krrh-Ch temporär schachmatt setzen, z.B. indem sie ihn in die Thermalquelle locken (die hohe Temperatur wird ihn stark verlangsamen), durch ein Ablenkungsmanöver, etc.
  • Die SC retten Akechi: Er lebt fortan heimlich in der Tarnung eines Mönches namens Tenkai weiter (die Mönchskutte versteckt seinen neuen Körper).
  • Die SC bergen Akechis Kopf (möglicherweise enthaupten sie ihn selbst) und werden gegebenenfalls vom Auftraggeber reich belohnt.
  • Die SC warnen andere Menschen vor der Gefahr in Ogurusu. Falls sie jemanden überreden können, ein militärisches Aufgebot zur Untersuchung des Tempels auszusenden, wird der G‘sch-Krrh-Ch den Planeten mit seiner Ausbeute vorzeitig verlassen und die Anlage zugeschüttet haben.
  • Der G‘sch-Krrh-Ch hat irgendwann genug Erz gesammelt und verlässt freiwillig den Planeten, wobei er Akechi mitnimmt und die gesamte Anlage entweder zurücklässt oder zerstört. Wenn die SC gute Arbeit geleistet haben, könnten sie verschont bleiben oder mitgenommen werden, um für den G‘sch-Krrh-Ch auf anderen Planeten weiterzuarbeiten.
  • Die Mi-Go mischen sich ein und die SC geraten ins Kreuzfeuer.
G‘SCH-KRRH-CH
Metallische Formwandler

ST 70 GE temperaturabhängig (z.B. 3 bei über 30°C; 8 bei etwa 0°C) IN 18 EN 10

TP 70 WP 10

Größenkategorie: Variabel, groß bis sehr groß.

Panzerung: 5-10 durch metallischen Körper (Maximalwert bei maximaler Verdichtung).

Angriffe: Klingen-/Keulenangriff 40%, Tödlichkeit 30% (ein Angriff durch eine Extremität, die zu einer scharfen Klinge oder stacheligen Keule ausgebildet wird).

Fertigkeiten: Heimlichkeit 30%, Wachsamkeit 50%, Suchen 40%, Informatik 80%, Elektrotechnik 80%, Mathematik 70%, Medizin 70%.

Massiv: Ist in seiner größten Form massiv.

Unnatürlicher Organismus: Besteht großteils aus einer zähen, metallischen Substanz, die beliebig ausgebildet und bewegt werden kann. Besitzt eine Art Nervensystem aus supraleitendem Material, sodass seine körperliche Gewandtheit von der Temperatur abhängt.

Formwandeln/Verdichten: Kann seine Gestalt beliebig wandeln und durch Verdichten seine Körpergröße verringern bis zur Größe eines überdurchschnittlich großen, breit gebauten Menschens. In dieser Form ist sein Körper besonders hart und widerstandsfähig (Panzerung 10). In seiner größten Form ist der G‘sch-Krrh-Ch mehrere Meter hoch und breit.

Stabilitätsverlust: 1W6/1W12 (nicht-menschliche Form), 0/1W4 (Shinran-Form).


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