Der Inkluse

Wahnsinniger Eremit in den Ruinen

– Nach einer Idee von Dumon, 2018

Tief im Wald findet sich die Ruine eines alten Klosters. Nur wenige Mauern stehen noch und einzig die kleine Kapelle ist als solche noch zu erahnen, da sowohl ein überwucherter Altar als auch große Teile des Kirchenschiffs noch stehen. Von den Bewohnern der umliegenden Dörfer wird der Ort jedoch gemieden, da es heißt, dort ginge etwas um.

Tatsächlich ist an dem Gerücht etwas dran. Das Kloster hatte eine Klause, in der sich ein sehr frommer Mönch einmauern ließ, um sein Leben ganz der Askese und des Glaubens zu widmen. Als das Kloster jedoch einem Brand zum Opfer fiel, stürzten Steinbrocken vor das Loch der Klause, durch das der Inkluse Nahrung, Licht und Kontakt zur Außenwelt erhielt. Und er wurde darin vergessen,

Nur durch das winzige, kreuzförmige Hagioskop konnte er noch nach draußen blicken in den schwelenden Raum der Kapelle und Luft zum Atmen erhalten. Seine Schreie verhallten ungehört, das Kloster blieb verlassen, verfiel zunehmend und nach und nach eroberte sich der Wald den Ort zurück.

Der Inkluse jedoch lebt noch heute. Völlig dem Wahnsinn verfallen, blicken seine vom grauen Star getrübten Augen durch das Hagioskop und seinen röchelnden Atmen hört jeder, der sich der hinteren Mauer der Kapelle nähert. Warum lebt er noch?

Hagioskop: Ein winziges, kreuzförmiges Fenster in der Klause, durch das der Inkluse den Blick in die Kirche und den Altar hat, um Messen beiwohnen zu können und ständig die Nähe zum Ort Gottes und dem Kreuz zu haben.